Geschichte der Stadt Spandau

Frühe Anfänge

Die Stadt Spandau hat eine lange Geschichte. Erste Ansiedlungen sollen bereits in der Zeit des 8. Jahrhunderts stattgefunden haben. Die Siedlung soll sich jedoch etwas südlich des heutigen Zentrums auf einer (später mit dem Land verbundenen) Insel befunden haben. Der Straßenname „Spandauer Burgwall“ erinnert noch heute an diesen Ort, der wohl bis ins 12. Jahrhundert bestand. In der damaligen Epoche lebten in unserer Region Angehörige slawischer Stämme, nämlich die Heveller. Archäologische Funde legen nahe, dass hier sogar ein Hevellerfürst residierte.

1197 wird erstmals eine Burg mit dem Namen „Spandowe“ urkundlich erwähnt.  Diese soll von Albrecht I. von Brandenburg aus dem Geschlecht der Askanier gegründet worden sein. In deren Nähe entstand eine Stadt, in die wohl auch die Bewohner des Burgwalls umsiedelten. Diese wird 1232 in einer weiteren Urkunde erwähnt, als dem noch jungen Spandow weitere Stadtrechte zuerkannt wurden. Das genaue Gründungsdatum der Stadt ist unbekannt, es wird auf 1230 geschätzt.

Vom Bau der Zitadelle bis zum 1. Weltkrieg

1560 befahl Kurfürst Joachim II. den Bau der Zitadelle Spandau, welche die frühere Burg ersetzte. Die Bauarbeiten wurden unter der Leitung von Rochus zu Lynar im Jahre 1594 abgeschlossen. Im darauffolgenden Dreißigjährigen Krieg war auf der Zitadelle eine Garnison stationiert, die Befestigungsanlagen wurden weiter ausgebaut. Im Laufe der Zeit nahm die militärische Bedeutung weiter zu. In den napoleonischen Kriegen fand Spandau ebenfalls Erwähnung: 1806 wurde Spandau von den Franzosen eingenommen, 1813 wurden Stadt und Festung von Russen und Preußen zurückerobert.

© holger.l.berlin – Fotolia.com | Blick auf die Zitadelle Spandau

Im Jahr 1878 wurde der Name der Stadt geändert: Aus Spandow wurde Spandau. in der Zeit von 1873 bis 1903 war Spandau Festungsstadt. In dieser Epoche entstand das ganz am westlichen Stadtrand gelegene Fort Hahneberg. Die Stadt wurde zu einem wichtigen Stadtort der Rüstungsindustrie, ein Trend, der sich in den Jahren vor Ausbruch des 1. Weltkriegs 1914 noch verstärkte. Zusätzlich siedelten sich mit den Siemens-Werken auch andere Industriezweige an. Der Stadtteil Siemensstadt geht darauf zurück und wurde zu großen Teilen von dem Unternehmen für seine Mitarbeiter errichtet. Um die zahlreichen Gütertransporte bewältigen zu können, wurden der Nord- und der Südhafen geschaffen. Letzterer ist noch heute in Betrieb. Bereits 1846 erhielt unsere Stadt Anschluss an die Eisenbahn nach Hamburg, 1871 kam die Lehrter Bahn (die heutige Strecke nach Hannover) hinzu. 1920 wurde Spandau nach Groß-Berlin eingemeindet und verlor seine Selbständigkeit. Fortan war die Havelstadt ein Berliner Bezirk. In Staaken entstand ein Flugplatz, von dem zeitweilig per Zeppelin Direktverbindungen nach New York bestanden. Das frühere Flugfeld liegt jedoch im Havelland, die Gebäude stehen auf Berliner Boden.

2. Weltkrieg und Nachkriegszeit

Bereits vor dem 2. Weltkrieg spielte die Rüstungsindustrie wieder eine große Rolle, und es wurden erneut Militäreinheiten in Spandau stationiert. Die Nazis wüteten auch hier schlimm: So wurde zum Beispiel eine Synagoge niedergebrannt, und es fand eine umfassende Verfolgung von Juden und Andersdenkenden statt. Im Krieg erlitt der Bezirk bei schweren Luftangriffen umfangreiche Zerstörungen, vor allem im Bereich der historischen Altstadt und der Industrieanlagen. Spandau wurde zunächst – wie ganz Berlin – von der Roten Armee besetzt und kam wenig später zum Britischen Sektor. In diesem Zusammenhang änderten sich auch die Grenzen deutlich. Einige Gebiete im Bereich des Britischen Militärflugplatzes Gatow kamen dazu, im Gegenzug musste Spandau Weststaaken an das sowjetisch besetzte Umland abgeben. Während der Luftbrücke spielte der Flugplatz Gatow eine zentrale Rolle bei der Versorgung West-Berlins. Bei Staatsbesuchen landete die Queen stets in Gatow.

Spandau nach der Wiedervereinigung

Mit der Wiedervereinigung kam Weststaaken zurück zu Spandau, und glücklicherweise konnten die nach dem Krieg erhaltenen Flächen behalten werden. Der Flugplatz in Gatow wurde stillgelegt und beherbergt (wie eingangs schon erwähnt) heute das Luftwaffenmuseum, welches offiziell Militärhistorisches Museum heißt. Viele der früher militärisch oder industriell genutzten Flächen wurden für andere Zwecke umgewidmet. Im Norden des Bezirks entsteht seit den 90er Jahren mit der Wasserstadt Spandau ein weitläufiges neues Wohnquartier.