Prepaid ohne Video-Identfikation

Extrem wütende Frau vor Laptop.

Rund ein halbes Jahr nach der Einführung der neuen gesetzlichen Regelungen zur Aktivierung von Prepaid-SIM-Karten hat sich glücklicherweise vieles zum Guten geändert. Fast alle Mobilfunkunternehmen bieten neben der Video-Identifikation auch POST-IDENT oder andere offline nutzbare Alternativen an. Und auch die Video-Identifikation erfolgt nur noch selten durch „WebID“ sondern wird jetzt häufig ebenfalls durch die Deutsche Post erledigt. Wir hoffen, dass die restlichen – wenigen – Anbieter nachziehen werden und bald neben WebID auch andere Verfahren ermöglichen. Bis dahin wird dieser spezielle Prepaid-Preisvergleich in jeden Fall für die Spandauer erhalten bleiben!

Eine Prepaid-SIM ohne Video-Identifikation? Mancher Neukunde von Prepaid-Anbietern, die ausschließlich auf WebID setzen, wird dafür zur Zeit ein Königreich bieten. Denn der bei den Telekommunikationsunternehmen überaus beliebte Dienst hat offensichtlich mit dem aktuellen Ansturm schwer zu kämpfen. Und mit einer etwas älteren technischen Ausstattung ist er teils gar nicht nutzbar. Grund genug für Lindenklar Spandau, einen Prepaid-Preisvergleich in’s Leben zu rufen, ausschließlich mit Angeboten, bei denen es Alternativen zur Video-Identifikation gibt.

Weshalb wird die Video-Identifikation überhaupt eingesetzt?

Hintergrund ist eine Verschärfung des Telekommunikationsgesetzes. In § 111 des Gesetzes werden die Anbieter von im Voraus bezahlten Diensten (Prepaid) dazu verpflichtet, die Identität ihres Kunden anhand eines amtlichen Ausweises zu überprüfen, und die entsprechenden Daten zu speichern. Grund für die harten Regelungen ist, dass in der Vergangenheit wiederholt Prepaid-SIM-Karten für die Kommunikation zwischen Terroristen oder Schwerkriminellen genutzt wurde. Dieses will der Gesetzgeber dadurch erschweren.

Die Video-Identifikation per Webcam und Mikrofon wurde eigentlich entwickelt, um Kaufvorgänge zu erleichtern. Bislang wurden die Verfahren vor allem von der Finanzbranche und von anderen Branchen, in denen ähnlich strenge Vorgaben gelten, eingesetzt. Mit der jetzigen Gesetzesreform wurde das 2012 gegründete und in Berlin ansässige Unternehmen “WebID Solutions” schnell zum Star der Prepaid-Anbieter. Dieses prüft im Rahmen eines Videotelefonats die Identität des Neukunden im Auftrag der jeweiligen Telefongesellschaft.

Video-Identifikation – Wo liegt das Problem?

In der Theorie handelt es sich um ein sehr fortschrittliches und einfaches Verfahren. Keine unnötigen Wege, keine Wartezeiten, Vertragsabschluss bequem vom Sofa aus. Alles, was man benötigt, ist ein Smartphone oder ein Computer mit Kamera und Mikrofon. Zugegeben – eine richtig gute Idee. Doch wie so oft im Leben liegt zwischen gut gemeint und gut ein meilenweiter Unterschied.

Ein Blick auf die derzeitigen Bewertungen der WebID-App im Google PlayStore lässt erahnen, dass nicht wenige Nutzer sich wohl sogar nach den Warteschlangen am Postschalter in den Spandau Arcaden Samstagmittags sehnen, könnten sie sich denn nur die Video-Identifikation ersparen. Als Hauptproblem werden die oft hohen Wartezeiten genannt, was wir aus eigener Erfahrung bestätigen können.

Ein weiterer Aspekt sind die überaus gewissenhaften Mitarbeiter bei WebID. Hierfür sollte man eigentlich ein großes Lob aussprechen, gilt es doch, Terrorbanden das Leben schwer zu machen. Nur leider macht es auch unbescholtenen Bürgern den Vertragsabschluss nahezu unmöglich, sofern keine optimalen (technischen) Bedingungen vorhanden sind. Ist die Webcam zu alt oder die Auflösung zu schlecht, fällt schnell der Satz: “Bitte versuchen Sie es mit der WebID-App. … Einen schönen Abend noch.” Und schon ist das Gespräch erfolglos vorüber. Möchte man sich die genannte App dann hoffnungsvoll herunterladen, besitzt jedoch ein älteres Smartphone, muss man lesen “Dein Gerät ist nicht mit dieser Version kompatibel.”.

Zum Glück gibt es Alternativen zur Video-Identifikation

Wer jetzt glaubt, der Abschluss eines Prepaid-Vertrags könnte vielleicht eine der zwölf Prüfungen aus “Asterix erobert Rom” sein und deshalb resigniert im nächsten Handyladen einen Laufzeitvertrag abschließen will, sollte nicht verzweifeln. Denn glücklicherweise gibt es bei nicht wenigen Prepaid-Anbietern Alternativen zur Video-Identifikation. Die gängigste Variante ist dabei das gute, alte POSTIDENT-Verfahren der Deutschen Post. Dabei sucht man eine den Service anbietende Postfiliale auf und legt dort seinen Personalausweis oder den Reisepass mit Anmeldebescheinigung vor. Fertig! Dies ist zwar oft mit Anstehen und dem Weg in die Postfiliale verbunden, es hat aber keinerlei besondere technische Anforderungen. Lediglich ein bis zwei Blatt Papier müssen während oder nach dem Bestellvorgang ausgedruckt werden können.

Mit welchen Anbietern kann ich die Video-Identifikation vermeiden?

Den seit Jahren bekannten Dienst der Post nutzen beispielsweise die Mobilfunksparten von PENNY, GALERIA und n-tv. Auch O² und die Telekom greifen auf den Offline-Service zurück, wobei die beiden Telefon-Giganten die Identifizierung daneben teilweise in ihren eigenen Geschäften ermöglichen. Voll auf die Post setzt auch die Drillisch AG. Mit seinen Marken “Simply”, “Discotel”, “McSIM”, “hello mobil” und “yourfone” ist das Telekommunikationsunternehmen einer der wichtigsten Akteure auf dem deutschen Prepaid-Markt. Jedoch wird hier vordergründig auf die Video-Legitimation der Post gesetzt. Bei Schwierigkeiten kann jedoch ohne Probleme auf das klassische POSTIDENT-Verfahren umgesattelt werden.

Einen anderen Weg geht der beliebte Prepaid-Dienst “AldiTalk”. Hier bietet man den Neukunden neben der Möglichkeit zur Video-Identifikation an, die Registrierung in einer beliebigen ALDI SÜD-Filiale (die man in Spandau natürlich vergeblich sucht) oder in einem von den rund 10.000 Partnershops (auch nördlich des ALDI-Äquators) durchführen zu lassen.

Es gibt also immer noch verschiedene Möglichkeiten, ohne Video-Identifikation völlig legal und sicher eine Prepaid-SIM zu erwerben. Damit Sie bequem einen Prepaid-Tarif ohne zwingende Video-Identifikation wählen können, stellen wir an dieser Stelle einen Tarifvergleich bereit, der nur Angebote mit entsprechenden Alternativen zur Video-Identifikation beinhaltet. (Stand vom 26.01.2018, ohne Gewähr).