Wohnen in Spandau

In Sachen Wohnen hat der Bezirk viele Gesichter. Begonnen mit einigen historischen Gebäuden in der Altstadt bis hin zu modernsten Neubauten ist in Spandau Bausubstanz aus nahezu jeder Epoche vorhanden. Und auch sonst gibt es viele Gegensätze: Einfamilienhäuser stehen neben Wohntürmen, Miet- neben Eigentumswohnungen. Preislich sind je nach Lage oft deutliche Unterschiede zu bemerken.

Eckhaus in Hakenfelde
©Johannes Feske – Ein schmuckvolles Eckhaus im Spandauer Stadtteil Hakenfelde. Im Hintergrund die Baustelle der Pepita-Höfe.

Die Altstadt Spandau wird vor allem durch einen Mix von sehr alten, romantischen Häusern und typischer Nachkriegsarchitektur geprägt. Ein Großteil der dortigen Immobilien wird aufgrund der attraktiven Lage in der Fußgängerzone gewerblich genutzt, jedoch sind auch normale Wohnungen vorhanden. Nahe des U-Bahnhofs „Altstadt Spandau“ wurden teils recht luxuriöse Mietwohnungen erbaut. Vereinzelt werden aber sogar Sozialwohnungen im Zentrum der Havelstadt angeboten. In der Umgebung der Altstadt erstrecken sich im Norden und Süden typische Berliner Gründerzeitquartiere. Zu nennen sind hier der Kiez rund um den Lutherplatz und die Lynarstraße, vor allem aber die nördliche Wilhelmstadt mit dem Metzer Platz als zentralen Ort. Hier könnte man sich als Ortsunkundiger fast in der Berliner City wähnen.

Wohnhäuser am Altstädter Ring
©Johannes Feske – Wohnhäuser am Altstädter Ring im Zentrum von Spandau.

Leben im Weltkulturerbe in Siemensstadt

Dem Stadtteil Siemensstadt geben die dort in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts entstandenen Wohnsiedlungen sein Gesicht. Die „Großsiedlung Siemensstadt“, welche sich bis weit in’s benachbarte Charlottenburg-Nord ausdehnt, gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Ähnliche Architektur aus der Epoche ist auch in der Gartenstadt Staaken, in Wilhelmstadt, und in Teilen des Falkenhagener Feldes im Bereich Zeppelinstraße / Falkenseer Chausee zu finden. Aber auch die unverwechselbaren Wohnanlagen aus den Aufbauprogrammen der 50er und 60er Jahre sind in Spandau gut vertreten. Ein gutes Beispiel ist die Georg-Ramin-Siedlung, die nach dem früheren Bezirksbürgermeister Spandaus benannt wurde. Im Norden, entlang der Havelufer, entsteht seit den 90ern die Wasserstadt Spandau. Nach Jahren der Stagnation wird sie in Anbetracht der auch hier immer stärker werdenden Wohnraumknappheit wieder verstärkt weiterentwickelt.

Moderne Großsiedlungen und kleine „Dörfer“ in Spandau

Wieder ein völlig anderes Erscheinungsbild haben die Hochhaussiedlungen Heerstraße Nord und Falkenhagener Feld. Sie sind von Struktur, Aussehen und Lebensgefühl am ehesten mit dem bundesweit bekannten Märkischen Viertel in Berlin-Reinickendorf und der Gropiusstadt in Berlin-Neukölln vergleichbar. Dort gibt es noch immer verhältnismäßig preiswerte Wohnungen, viele Kindergärten, Schulen und soziale Projekte. Die Kehrseite ist jedoch, dass zumindest die Heerstraße Nord zu den sozialen Brennpunkten der Stadt gehört. In den beiden südlichen Stadtteilen Gatow und Kladow dominieren Einfamilienhäuser. Während Kladow das Flair einer gut situierten Kleinstadt verströmt, wirkt Gatow mit seiner bestechenden, ländlichen Lage fast wie ein kleines Dorf.

Wohnanlage an der Nonnendammallee
©Johannes Feske – Eine gepflegte Wohnanlage an der Nonnendammallee in Siemensstadt.
Fassade einer Wohnanlage der Charlottenburger Baugenossenschaft in der Streitstraße.
©Johannes Feske – Wohnanlage der Charlottenburger Baugenossenschaft an der Streitstraße.